Stadion An der Alten Foersterei

Union Berlin: Vom Champions-League-Teilnehmer zum Abstiegskandidaten

Als sich Union Berlin vor einigen Jahren in der Relegation der Deutschen Fußball-Bundesliga völlig überraschend gegen den VfB Stuttgart durchsetzte, standen die Anhänger der Eisernen Kopf. Erstmals in der Geschichte des Klubs zogen die Spieler in die Königsklasse des deutschen Fußballs ein. Daraufhin folgte ein Durchmarsch, der im Vorjahr auf Platz vier der Tabelle endete. Das begeisterte Fans und Medien ebenso, wie die Verantwortlichen im Rathaus Köpenick.

Doch jedes Märchen scheint einmal an sein Ende zu kommen, das gilt auch für Union Berlin. Die Fallhöhe war enorm, der Absturz krachend. Nach vier Jahren andauernder Erfolge sind die Eisernen in der harten Realität des deutschen Fußballs angekommen.

Neues Ziel Klassenerhalt

Noch im Vorjahr eroberte Union Berlin mehrfach die Tabellenführung der Deutschen Fußball-Bundesliga und ließ die Fans der Eisernen von einer Teilnahme an der UEFA-Champions League träumen. Dieser Traum ging zwar in Erfüllung, doch die laufende Saison erweist sich immer mehr als Albtraum. Schließlich ist die Mannschaft mittlerweile am anderen Ende der Tabelle angekommen und muss um den Klassenerhalt zittern.

Noch im Vorjahr galten die Berliner gemeinsam mit dem SC Freiburg als die Sensation des Jahres, doch damit ist es vorbei. Während sich der SC Freiburg zumindest in der Tabellenmitte halten kann, erlebte Union Berlin einen Absturz der Sonderklasse. Die Aufmerksamkeit gehört aktuell einem anderen Team.

Bayer Leverkusen hat sich ganz nach vorne gearbeitet, das honorieren auch die Buchmacher. Sie sehen die Mannschaft in den Bundesliga Quoten derzeit als einzig realistischen Herausforderer für den Titelverteidiger aus München. Der FC Bayern München führt die Favoritenliste klar an, dahinter folgen Bayer Leverkusen und mit Respektabstand RB Leipzig (Stand: 25.11.). Geht es nach den Experten der Sportwetten-Branche, dann wird der Meister unter diesen Teams ermittelt. Union Berlin hingegen muss jetzt alle Kräfte auf den Klassenerhalt konzentrieren. Der erste Schritt dazu war schmerzhaft.

Das Ende einer Ära

Nach fünf Jahren trennte sich der Verein vom Schweizer Trainer Urs Fischer. Dieser hatte den Klub von der 2. Fußball-Bundesliga bis an die Spitze der Deutschen Fußball-Bundesliga geführt. Doch nach 14 Spielen ohne Sieg und dem Abrutschen des Vorjahres-Vierten auf den letzten Platz blieb der Vereinsführung gar keine andere Wahl mehr.

Klub-Präsident Dirk Zingler würdigte in einer Rede zwar die herausragenden Leistungen des Schweizers, doch der Schritt war unausweichlich. Fischer war es nicht gelungen, die Mannschaft aus dem Tief zu führen, da halfen auch seine Leistungen in der Vergangenheit nicht mehr. Immerhin verdankt ihm Union Berlin die erfolgreichste Ära seiner Geschichte, doch diese scheint nun beendet zu sein.

Seine Nachfolge tritt jetzt ein ungewöhnliches Duo an, wie Spox berichtete. Es besteht aus einem Team, das schon zuvor in einer Mannschaft von Union Berlin tätig war. Marco Grote und Marie-Louise Eta sollen vorerst das drohende Unheil abwehren. Zunächst nur als Interims-Trainergespann aktiv, hängt die Trainerfrage zweifellos von den ersten Ergebnissen der beiden ab.

Diese konnten sich in der Vergangenheit sehen lassen, schließlich setzten Grote und Eta immer auf eine stabile Defensive. Doch genau das ließ Union Berlin in dieser Saison schmerzlich vermissen, 26 Gegentore in den ersten elf Spieltagen sprechen hier eine deutliche Sprache. Jetzt gilt es für Union Berlin, jene Kaltschnäuzigkeit wiederzufinden, für die der Verein so lange bekannt war. Gelingt dies nicht, dann könnte der Berliner Fußball erstmals seit langer Zeit wieder zweitklassig werden.

Fliegt das letzte Berliner Team aus der Königsklasse?

Hält der Abwärtstrend von Union Berlin in dieser Form weiter an, dann ist es wahrscheinlich, dass in der nächsten Saison keine Mannschaft aus der Bundeshauptstadt mehr in der Deutschen Fußball-Bundesliga spielt. Hertha BSC musste bereits im Vorjahr seinen Abstieg akzeptieren und befindet sich derzeit im Mittelfeld der Tabelle in der 2. Liga. An einen neuerlichen Aufstieg ist derzeit nicht zu denken.

Das wäre bitter für die Fußballfans in Berlin, schließlich konnten sie in den vergangenen Jahren mit den Eisernen aus Köpenick mitfiebern. In diesem Fall würden die Stadien der Stadt von der Deutschen Fußball-Bundesliga ausgeschlossen bleiben, die Fans könnten sich dann zumindest mit dem Besuch des Freibades im Olympiastadion trösten. Die neuen Trainer von Union Berlin sind jetzt gefordert, den drohenden Abstieg zu verhindern. Zeit dafür ist noch reichlich, auch wenn die Aussichten aktuell alles andere als rosig sind. Doch Union Berlin hat schon öfter bewiesen, dass es negativen Prognosen trotzen kann.


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