Gutes tun in Berlin: So kann jeder ein eigenes Projekt starten

Einen Beitrag leisten und Gutes tun, auf die eine oder andere Weise – diesen Wunsch teilen viele Menschen. Denn das Gefühl von Sinn im Leben oder auch im Beruf ist wichtig für die allgemeine Zufriedenheit. Wer also im Job nicht tagtäglich Gutes tut, sucht nach dieser Möglichkeit oft in der Freizeit. Dafür gibt es allerhand Projekte zur Auswahl, denen man sich anschließen kann, auch in Berlin. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, ein eigenes Wohltätigkeitsprojekt zu starten, um beispielsweise eine bisherige Lücke bei den bestehenden Projekten zu schließen oder ein größeres Bewusstsein für eine bestimmte Thematik zu kreieren. Aber wie gelingt das? Hier einige Tipps.

Wohltätigkeitsprojekte in Berlin: ein Überblick

Berlin ist bekannt für seine Vielfalt in jeglicher Hinsicht, was auch für die bestehenden Wohltätigkeitsprojekte gilt. Wer nicht will, muss also kein eigenes Projekt ins Leben rufen, sondern kann sich kurzerhand einem bestehenden anschließen. Dazu gehören zum Beispiel Initiativen, wie:

Prinzipiell gibt es eine große Vielfalt an Projekten, sodass jeder genau dort tätig werden kann, wo die eigenen Stärken sowie Interessen liegen. Sei es die Arbeit mit Tieren, mit Kindern, mit älteren Personen oder auch einfach am PC, um beispielsweise einen Newsletter für eine wohltätige Organisation zu verfassen – wer ein gemeinnütziges Projekt sucht, das zum eigenen Alltag sowie den persönlichen Interessen passt, wird in Berlin mit großer Wahrscheinlichkeit fündig. Das Internet ist hierfür eine gute Anlaufstelle, um sich einen Überblick zu verschaffen, zu informieren und zu bewerben.

Ein eigenes Projekt starten: Wann ist das sinnvoll?

Trotz dieser großen Auswahl an bestehenden Wohltätigkeitsprojekten, kann es auch gute Gründe geben, um ein eigenes Projekt ins Leben zu rufen. Das gilt beispielsweise, wenn eine Notlage bekannt ist, die bislang noch nicht durch ein wohltätiges Projekt in Berlin abgedeckt wird. Hilfe anbieten, wo es noch keine gibt, lautet dann das Motto. Aber auch, wer kein Angebot findet, das derzeit zur eigenen Lebenssituation passt und sich beispielsweise mit dem Job oder mit weiteren Verpflichtungen vereinbaren lässt, kann selbst aktiv werden und ein Wohltätigkeitsprojekt kreieren, das zum eigenen Alltag passt. Sei es die Organisation eines Flohmarktes am Wochenende für einen guten Zweck oder ein dauerhaftes Engagement, beispielsweise für den Tierschutz: Möglich ist vieles. Allerdings sollte einem bewusst sein, dass ein solches Projekt viel Zeit in Anspruch nimmt. Das gilt insbesondere, wenn man sich nicht nur einem bestehenden Wohltätigkeitsprojekt anschließt, sondern ein eigenes gründen möchte. Sinnvoll ist dieses Unterfangen daher nur, wenn ausreichend Zeit, Motivation sowie auch finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Letztere lassen sich gegebenenfalls durch ein Crowdfunding sammeln.

Schritt für Schritt zum eigenen Wohltätigkeitsprojekt

Wer sich aus dem einen oder anderen Grund für das eigene Wohltätigkeitsprojekt entscheidet, muss also strukturiert an das Vorhaben herantreten, ähnlich wie bei einer Unternehmensgründung. Dabei werden folgende Phasen durchlaufen:

1. Die richtige Idee finden.

Es gibt beinahe endlose Möglichkeiten, um etwas Gutes zu tun, und einige davon wurden bereits genannt. Deshalb ist es wichtig, eine tragfähige Idee zu haben, wenn ein eigenes Projekt ins Leben gerufen werden soll. Auch ist es dann sinnvoll, erst einmal zu prüfen, ob es ein ähnliches Projekt nicht bereits in der Umgebung gibt, bei dem man aushelfen oder mit dem man kooperieren könnte. Wer noch keine passende Idee hat, kann beispielsweise mit Freunden ein Brainstorming durchführen oder bei Tierschutzvereinen, Krankenhäusern & Co nachfragen, wo eventuell Bedarf herrscht.

2. GLEICHGESINNTE SUCHEN.

Je mehr Menschen bei einem wohltätigen Projekt mitmachen, desto größere Erfolge sind möglich. Zudem wird der Gründer entlastet und jeder bringt eigene Stärken sowie Kompetenzen mit. Deshalb lohnt es sich, frühzeitig nach Gleichgesinnten zu suchen – beispielsweise schon vor der soeben genannten Ideenfindung für ein gemeinsames Brainstorming.

3. Einen konkreten Plan entwerfen.

Im nächsten Schritt geht es an die konkrete Planung, wie das Projekt aussehen und organisiert werden soll. Es gilt, die Ziele zu definieren und festzulegen, wann welcher Schritt unternommen wird, um diese zu erreichen. Zudem können schon jetzt erste Aufgaben an die Beteiligten verteilt und gegebenenfalls notwendige Anträge gestellt werden.

4. Finanzmittel sammeln.

Nicht jedes Wohltätigkeitsprojekt erfordert ein hohes Startkapital. Wer jedoch finanzielle Mittel benötigt und diese nicht selbst stemmen kann oder will, der kann in dieser Phase ein Konzept entwickeln, um das notwendige Geld zu sammeln. Spenden sind dafür eine Möglichkeit, ebenso wie das bereits erwähnte Crowdfunding. Der eigenen Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist allerdings von Beginn an die Transparenz, damit jeder nachvollziehen kann, wofür das Geld verwendet wird.

5. Nach Partnern suchen.

Auch Partner sind in vielen Fällen sinnvoll oder sogar notwendig, um ein wohltätiges Projekt zum Erfolg zu führen. Dabei kann es sich beispielsweise um ein Tierheim im Ausland handeln, das unterstützt werden soll, um ein Krankenhaus oder Amt, das Bedürftige an die Helfer vermittelt, oder um andere Kooperationspartner. Frühzeitig das richtige Netzwerk zu bilden, erleichtert für alle Beteiligten die Arbeit und kreiert eine Art Uhrwerk, bei dem alle Zahnräder optimal ineinandergreifen.

6. Mit der richtigen Rechtsform gründen.

Auch gemeinnützige Organisationen sowie Vereine müssen sich für eine Rechtsform entscheiden. Deshalb ist es wichtig, diese schon im Gründungsprozess zu bestimmen und das Projekt von Anfang an auf die richtigen Beine zu stellen. Nun kann endlich die offizielle Gründung stattfinden.

7. Das „Alltagsgeschäft“ organisieren.

Nach der Gründung beginnt der Alltag. Je früher dieser gut organisiert wird, desto angenehmer wird das Projekt für alle Beteiligten – und umso erfolgreicher. Wichtig ist, dass dabei der Gründer oder Gründerin nicht alles selbst machen muss. Stattdessen ist es sinnvoll, die Aufgaben fair zu verteilen und an die jeweiligen Spezialisten zu delegieren. So bringt jeder optimal seine Stärken ein und das Projekt kann auch von den Initiatoren neben dem Beruf gestemmt werden kann; wenn gewünscht.

8. Eine Marketing-Strategie entwerfen.

Eine der größten Herausforderungen für neue Wohltätigkeitsorganisationen besteht darin, erst einmal Bekanntheit zu erlangen, um beispielsweise Spenden oder Helfer zu gewinnen. Wie bei einem Unternehmen auch, ist deshalb eine Marketing-Strategie notwendig. Zu Beginn reichen dafür oft schon simple Maßnahmen wie eigene Flyer aus, die professionell gedruckt und an geeignete Stellen verteilt werden. Beginnt die Organisation zu wachsen, das Budget steigt oder es gibt mehr Freiwillige mit entsprechendem Know-how, dann können noch zusätzliche sowie komplexere Marketing-Maßnahmen ergriffen werden.

9. Social Media richtig nutzen.

Auch Social Media spielt heutzutage eine wichtige Rolle, um auf einen guten Zweck aufmerksam zu machen und beispielsweise Gleichgesinnte oder Spenden zu gewinnen. Die wohltätige Organisation sollte daher frühzeitig einen eigenen Auftritt in geeigneten sozialen Netzwerken erhalten. Zudem ist es wichtig, hier aktiv zu sein, eine Community aufzubauen und regelmäßig die Erfolge zu teilen.

10. Helferinnen und Helfer „einstellen“.

Sobald das Projekt wächst, wollen gewiss neue Leute helfen oder die Gründer suchen gezielt nach Personen mit bestimmten Qualifikationen. Dann lohnt es sich, entsprechende Ausschreibungen zu machen, beispielsweise in Social Media oder auf speziellen Plattformen. Denn je mehr Personen mithelfen, desto weniger Arbeit fällt für jeden Einzelnen an, aber umso größer sind die Erfolge.

Fazit: Es ist durchaus möglich – und in vielen Fällen sinnvoll – ein eigenes Wohltätigkeitsprojekt in Berlin zu starten, anstatt sich einem bestehenden anzuschließen. Wichtig ist dann aber, ausreichend Zeit sowie das Organisationstalent mitzubringen, um die genannten Phasen erfolgreich zu durchlaufen. Dadurch ist die Zufriedenheit am Ende umso größer, nicht nur einmalig etwas Gutes getan zu haben, sondern etwas ins Leben gerufen zu haben, das dauerhaft einen wertvollen Beitrag leistet. Sinnvoll ist dennoch, bei einer erfahrenen Wohltätigkeitsorganisation erste Erfahrungen zu sammeln, bevor man sich an das große, eigene Projekt heranwagt. Zum Glück mangelt es in Berlin diesbezüglich nicht an Möglichkeiten. Viel Spaß!


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